Kulturort St. Joseph: Tragfähiger Wirtschaftsplan als Schlüssel zum Erfolg
Die CDU Dülmen äußert sich zur aktuellen Diskussion um das Projekt Kulturort St. Joseph und betont die klare Unterstützung für den Förderverein sowie die kulturelle Vielfalt in Dülmen. Dabei wird unterstrichen, dass ein solider und nachhaltiger Wirtschaftsplan entscheidend für den Erfolg des Vorhabens ist.
Mit Überraschung haben wir die Presseberichte zur möglichen Beendigung des Projekts Kulturort St. Joseph gelesen.
Noch mehr verwundert uns aber die Darstellung, die mangelnde Unterstützung durch Politik und Verwaltung als entscheidenden Grund dafür anführt. Diese Sichtweise teilen wir ausdrücklich nicht.
Von Beginn an hat unsere Fraktion die Idee und das Engagement des Fördervereins begrüßt.
In der Fraktionssitzung im vergangenen Sommer, in der das Konzept durch den Vorstand des Fördervereins ausführlich vorgestellt wurde, gab es keine ablehnenden Stimmen.
Im Gegenteil – wir haben mehrfach betont: Der Kulturort St. Joseph wäre eine Bereicherung für die Dülmener Kulturlandschaft.
Ebenso war von Anfang an klar:
Eine Trägerschaft durch die Stadt Dülmen ist angesichts der finanziellen Lage unserer Stadt nicht realistisch. Das wurde offen und ehrlich kommuniziert – sowohl von der Verwaltung als auch von uns als Politik. Diese Haltung war und ist transparent.
Trotzdem haben Politik und Verwaltung unterstützende Initiativen gestartet, um das Projekt voranzubringen.
Ein Beispiel ist die Bedarfsanalyse Kulturelle Räume in Dülmen, die im Oktober durch eine öffentliche Veranstaltung begleitet wurde. Die Resonanz war groß, das Interesse ebenso.
Diese Analyse sollte ausdrücklich nicht nur den Kulturort St. Joseph betrachten, sondern die gesamte Kulturlandschaft in Dülmen.
Im Februar folgte dann ein Workshop, in dem die Ergebnisse intensiv diskutiert wurden.
Das Thema St. Joseph nahm dabei dann doch einen wesentlichen Raum ein.
Die Kritik, dass am Abschlussworkshop nicht alle teilnehmen konnten, die auch am Auftaktworkshop beteiligt waren, können wir nicht nachvollziehen.
Das Kulturamt hat die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit besonderer Sorgfalt und unter Berücksichtigung vielfältiger Aspekte vorgenommen.
Es ging darum, einen ausgewogenen Querschnitt der Kulturakteure in Dülmen abzubilden – ergänzt um Mitglieder des Kulturausschusses und Mitarbeiter-innen und Mitarbeiter aus der Verwaltung.
Diese Runde war aus unserer Sicht fachkundig und repräsentativ.
Das Ergebnis dieses Workshops war eindeutig:
Es gab ein klares positives Votum für den Kulturort St. Joseph.
Gleichzeitig bestand bei allen Beteiligten Einigkeit darüber, dass für weitere Entscheidungen ein tragfähiger und langfristiger Wirtschaftsplan notwendig ist.
Das war nie eine neue Forderung, sondern von Anfang an die klare Voraussetzung.
Auch wurde immer deutlich gesagt: Eine Trägerschaft oder finanzielle Beteiligung durch die Stadt ist nicht möglich. Diese Offenheit war für uns immer selbstverständlich.
Nach der Ankündigung des Vorstandes in der Presse, den Mitgliedern die Auflösung des Fördervereins vorzuschlagen, fielen die öffentlichen Reaktionen eher verhalten aus. Möglicherweise lag dies auch daran, dass es in den vergangenen Jahren nicht immer gelungen ist, die Bevölkerung und die politischen Entscheidungsträger in dem gewünschten Maße für die Anliegen des Fördervereins zu gewinnen.
Trotzdem möchten wir unterstreichen:
Die bisherigen Veranstaltungen in St. Joseph – ob Konzerte, Lesungen oder andere kulturelle Formate – haben die Kulturszene in Dülmen bereichert.
Sie zeigen, welches Potenzial dieser Ort hat.
Wünschenswert wäre, wenn diese Veranstaltungen auch in Zukunft stattfinden können – angepasst an die bekannten Rahmenbedingungen.
Die Verbindung von Kirche und Kultur bietet möglicherweise eine Chance, den Kulturort St. Joseph langfristig zu sichern.
Wir haben das Engagement des Fördervereins immer wertgeschätzt.
Gleichzeitig haben wir als Politik unsere Verantwortung wahrgenommen – mit Augenmaß, Offenheit und Klarheit.
Deshalb werden wir der Vorlage der Verwaltung zustimmen, denn sie berücksichtigt sowohl die finanziellen Möglichkeiten der Stadt als auch die kulturellen Bedürfnisse unserer Stadtgesellschaft.